Die Misogynie des Patriachats im Abendland.

11. März 2026

Durch die Odyssee kann man vieles über die patriarchale Herrschaft der Griechen lernen, ein gutes Beispiel ist dieser Textabschnitt:

"Du kennst doch die Haltung von Frauen: Jenen, mit denen sie ein Lager teilen, schanzen sie möglichst viel zu - die Kinder aus früheren Beziehungen zählen dann nicht mehr viel" (P.116, L.12-15)

Was man hier zu der patriarchalen Herrschaft lernen kann, ist Folgendes:

Die Wichtigkeit der Nachkommen.

Das liegt daran, dass durch Nachkommen Eigentum weitervererbt wurde.
Die Könige haben Herrschaft vererbt, also Herrschaft über z. B. das ihnen gehörende Land oder die Schätze des Königs. Es wurden aber nicht nur königliches Eigentum vererbt, sondern Eigentum Jedes Rangs.. Die Hirten haben ihre Höfe vererbt, die Geschäftsleute ihre Geschäfte und so weiter. Das wichtige hier ist aber, weil es ein Patriarchat war, geschah die Vererbung grundsätzlich von Vater auf Sohn.

Warum das hier ein Problem war, war wenn der Mann nicht da war, konnte er ja auch nicht die Macht weitergeben. Deswegen hatte zurzeit die Frau eine Machtposition. Und hier traf das Problem auf. Wenn die Frau, die gerade die macht zur Vererbung hatte, einen neuen Mann bekam und mit diesen Kindern hatte, wurde davon ausgegangen das die Frau dann die neuen Kinder bevorzugte und diesen dann das Erbe überlies. Was für die Nachkommen der früheren Beziehung offensichtlich ein Dorn im Auge Wäre

Das Misogyne Weltbild des Patriachat, das hier so gut zu sehen ist.

Es wird im Textabschnitt davon ausgegangen, dass sobald eine Frau mit jemandem schläft, sie ihm komplett treu sei. Wichtig ist hier noch zusagen, dass es dort egal ist, ob die Frau mit diesem Mann schlafen wollte oder nicht. Was die Odyssee und somit auch Homer damit ausdrückt, ist sowas wie «Hab ein Auge auf deine Frau, weil dieser eh nicht zu vertrauen ist».

Dieses Bild über die Frau wurde dann noch legitimiert. Dies tat Homer durch Athene. Der Grund, warum solch eine Legitimation funktioniert hatte, geschah, weil er hier eine Göttin benutzt. So kann er sagen, dass eine Göttin, also eine sehr mächtige Figur im antiken Griechenland, ihr eigenes Geschlecht in ein negatives Licht stellte und entmächtigte. Und weil das hier eine Göttin sagte, funktionierte es ganz nach dem Schema, dass wenn schon eine Göttin sagt, dass man Frauen nicht vertrauen kann, dann muss es ja stimmen.

Was man jetzt also aus dieser kurzen Textstelle lernen kann, ist:

Das im antiken Griechenland Nachkommen, spezifisch Männliches, sehr wichtig waren, weil man so sein Hab und Gut vererbte. Wenn aber der Mann weg war, die Vererbungsmachte bei der Frau waren und so der Erhalt der Macht der Blutlinie des Mannes gefährdet wurde, probierte man die Frau Kleinzuhalten. Das machte man, indem man sie durch Erzählungen unterdrückte und diese Unterdrückung durch Geschichten von Helden und Göttern legitimierte.